Bauteilkatalog Niedrigschwellige Instandsetzung und Best-Practice-Beispiele

Forschungsarbeit und Modellvorhaben: Niedrigschwellige Instandsetzung brachliegender Industrieanlagen für die Kreativwirtschaft

Mit dem zweiten Teil der Forschungspublikation “Bauteilkatalog Niedrigschwellige Instandsetzung und Best-Practice-Beispiele” ist das Handbuch für die kreativwirtschaftliche Aktivierung großflächiger Brachen um ein erstes bundesweites Portfolio von Best-Practice-Beispielen und um einen Bauteilkatalog für eine niedrigschwellige Sanierung erweitert worden.

Der Bauteilkatalog gibt u.a. Antwort auf folgende Fragen:

  • Wie saniert man Industriebrachen für nur zwei-, drei- oder vierhundert Euro je Quadratmeter?
  • Gibt es ein breites Nutzerklientel für diese Räume – und wenn ja, wo?
  • Sind einfache (Bau)Detaillösungen heute noch regelkonform umzusetzen – und wenn ja, wie?

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Die projektbegleitende Website kreative-produktionsstaedte wurde bereits im ersten Projektteil installiert. Sie ist nun zur bundesweiten Kommunikationsplattform mit einem Steckbrief-Portfolio bereits aktivierter Produktionsstätten und von Projekten „auf dem Weg“ ausgebaut worden.

Die zentralen Kriterien für die Aufnahme waren die kreativwirtschaftliche Nutzung, ein niedrigschwelliger Ansatz und das erklärte Ziel preiswerten (Gewerbe)Mietraum zur Verfügung zu stellen. So wurden Steckbriefe auch wieder entfernt: zum einen, wenn der kreativwirtschaftliche Ansatz nicht umgesetzt wurde; zum anderen, wenn nach anfangs niedrigschwelligem Ansatz letztendlich hochpreislich umgebaut wurden, z.B. für Wohnlofts.

Wie auch immer hier Gentrifizierung betrachtet wird – als positive Durchmischung oder als negative Verdrängung –, die Praxisrecherche hat aufgezeigt, dass eine einfache erste Fabrikaktivierung vielfältige Nutzungsmöglichkeiten eröffnet, die besondere Attraktivität und Flexibilität der historischen Industrieareale sichtbar macht und eine
äußerst positive Wirkung auf die Entwicklung zum lebendigen Stadtquartier haben kann.

Der Bauteilkatalog Niedrigschwellige Instandsetzung, welcher im Focus der Arbeit steht und in Anlehnung an die DIN 276 sortiert ist, soll sowohl fachunkundige Akteure als auch Architekten und Ingenieure unterstützen.

Auch wenn dieser Katalog die Fachplanung weder ersetzen soll noch kann, bietet er für jedes aufgeführte Bauteil neben der textlichen Beschreibung die grafische Bewertung seiner Relevanz im Rahmen einer niedrigschwelligen Sanierung bis hin zum Beispielfoto bereits umgesetzter Detaillösungen. Letztere kommen vorzugsweise aus den hier recherchierten und vorgestellten Best-Practice-Beispielen, um den Austausch in einem Netzwerk von Anfang an praxisorientiert zu gestalten.

Mit der Einführung des Industriekulturwerts soll insbesondere der Blick potentieller Betreiber kreativer Produktionsstätten frühzeitig geschärft werden für den Umgang mit historischen Bauteilen und deren Identifikationswert für das Nutzerklientel. Mit Blick auf die Größe der historischen Industrieanlagen wird das modulare Bauen im Bestand mit dem Schiffscontainer als Sonderbauteil in einem separierten Teil der Publikation betrachtet: bringt man zwei Systeme wie die Industriehalle und das autarke Modul zusammen, so wird ein „Haus-in-Haus“-Konzept umsetzbar – die Industriehalle wird zur Klimahülle.

Die Erstellung des Bauteilkatalogs Niedrigschwellige Sanierung wurde durch den Brandschutzgutachter Reinhard Eberl-Pacan, den Energieberater Ingo Andernach und den (Bau)Rechtsgutachter Prof. Dr.iur. Winfried Kluth begleitet und einer beispielhaften betriebswirtschaftlichen Begutachtung unterzogen.

Der Vergleich und die Gegenüberstellung möglicher Vor- und Nachteile der recherchierten erfolgreichen Top-Down- bzw. Bottom-Up-Aktivierungen soll u.a. Inhalt der weiteren Forschungsarbeit sein. In diesem Rahmen können ausgewählte Projekte „auf dem Weg“ fachlich und dokumentiert begleitet werden, auch als erster Praxistest für den hier vorgelegten Bauteilkatalog – ein nächster Schritt zum kostengünstigeren (Aus)Bauen.

Text: kreative-produktionsstaedte

Januar 2017

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Zum Auftaktworkshop für die kreativwirtschaftliche Aktivierung der Hempelschen Fabrik in Plauen wird der „Bauteilkatalog Niedrigschwellige Instandsetzung“ öffentlich präsentiert.

  • Donnerstag, der 2. März 2017
  • 16:00 Uhr (Einlass ab 15:30 Uhr)
  • Rathaussaal der Stadt Plauen

Da die Plätze im Saal begrenzt sind, bitten wir bei Interesse um eine kurze formlose Anmeldung unter info@rbarchitekten-le.de. Alle Informationen zum Workshop in Plauen finden Sie hier

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Eberl-Pacan
Architekten + Ingenieure für Brandschutz
Fasanenstraße 44
10719 Berlin-Wilmersdorf
Tel. +49 30 700 800 930