D-A-C-H Brandschutzleitfaden für Krankenhäuser vorgestellt

Brandschutzinformationen zu Organisation, Bausubstanz und Anlagen in Krankenhäusern

Im Rahmen eines WORKSHOPS BRANDSCHUTZ anlässlich der Tagung des Österreichischen Verbandes der KrankenhaustechnikerInnen (ÖVKT) 2017 wurde am 28. September 2017 in Pörtschach am Wörthersee der D-A-C-H Brandschutzleitfaden für Krankenhäuser vorgestellt.

D-A-C-H ist eine Kooperations- und Diskussionsplattform der deutschsprachigen Verbände und Vereine für Krankenhaustechnik und Krankenhausbetriebstechnik ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Mitglieder der Plattform sind die Verbände der DACH Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Holland.

Der Brandschutzleitfaden für Krankenhäuser wurde im Auftrag D-A-C-H für die nationalen Verbände und Fachgremien im Krankenhausbau und Krankenhausbetrieb als Information zusammengestellt.

1. Präambel

1.1 Die Sicherheit der Patienten/innen, Besucher/innen und Mitarbeiter/innen ist für Krankenhäuser von höchster Bedeutung. Bürgerinnen und Bürger müssen sich auf die gleichen Grundsätze zur Gewährleistung der Sicherheit in Krankenhäusern verlassen können. Dies gilt für alle Personen, die sich in Krankenhäusern aufhalten, insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz und die Sicherheit im Brandfall.

1.2 Maßgebend in Bezug auf den Brandschutz in Krankenhäusern sind (gemäß Bauproduktenverordnung 2011 1) ) folgende Aspekte:

a) Sicherstellung der Tragfähigkeit des Bauwerks während eines bestimmten Zeitraums;
b) Begrenzung der Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerks;
c) Begrenzung der Ausbreitung von Feuer auf benachbarte Bauwerke;
d) Sicherstellung der Evakuierung aus dem Klinikgebäude;
e) Gewährleistung der Sicherheit beim Einsatz von Rettungskräften.

1.3 Dieser Leitfaden beschreibt − ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben – praktische Erfahrungswerte, die zur Optimierung des Brandschutzes in Krankenhäuser beitragen. Dieser Leitfaden soll als Ergänzung der nationalen, regionalen und lokalen Vorschriften und Standards Basis für die Planung und Realisierung von Neu-, Um- und Ausbauten Verwendung finden.

1.4 D-A-C-H beabsichtigt nicht, diesen Leitfaden zu einer verbindlichen Vorschrift zu erheben. Die nationalen, regionalen und lokalen Vorschriften und Standards bleiben die einzigen rechtsverbindlichen Instrumente, die den Krankenhausbetreibern Pflichten auferlegen und die ausnahmslos einzuhalten sind. Sie haben stets Vorrang vor anderslautenden Hinweisen in diesem Leitfaden.

1.5 Dieser Leitfaden fasst praxiserprobte Erkenntnisse im Brandschutz von Krankenhausgebäuden unterschiedlicher Größe und Nutzung zusammen und vermittelt praktische Erfahrungswerte der an D-A-CH beteiligten Brandschutzexperten. Der Leitfaden wird von D-A-C-H seinen nationalen Verbänden und allen interessierten Parteien zur Verfügung gestellt. Die nationalen Verbände entscheiden selbst, ob sie ihn ihren Mitgliedern und anderen interessierten Parteien in ihren Ländern zur Verfügung stellen.

1) VERORDNUNG (EU) Nr. 305/2011 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 9. März 2011 zur Festlegung harmonisierter Bedingungen für die Vermarktung von Bauprodukten und zur Aufhebung der Richtlinie 89/106/EWG des Rates

Autoren:

Eduard Mötschger, ÖVKT, Universitätsklinikum Graz (A);
Werner Hoyer-Weber, ÖVKT,HOYER Brandschutz GmbH (A);
Herbert Hasenbichler, ÖVKT Landesstelle für Brandverhütung Steiermark (A);
Ruedi Keiser, IHS e.V., Stadtspital Triemli (CH);
Reinhard Eberl-Pacan, Architekten + Ingenieure (D);
Rainer Wadlinger, FKT e.V., Multimon GmbH(D);
Steffen Kluge, FKT e.V., Universitätsklinikum Dresden (D);
Joric Witlox, NVTG (NL);
Heinrich Corradini, Südtiroler Sanitätsbetrieb (I)

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Eberl-Pacan
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