Neue Marktpotentiale für Holzbau

Ein intelligenter Brandschutz hilft.

Architekten, Ingenieure, Hersteller und Anwender von Holz und Holzbaustoffen wollen einen Markt schaffen für die Anwendung von Holz im Baugewerbe.

Das ist richtig, denn Holz fristet trotz seiner unverkennbaren Stärken im Bezug auf Umweltschutz und Energieeinsparung in der gebauten Wirklichkeit immer noch ein Schattendasein.

SHIGERU BANLEICHTE BAUTEN IN SCHWEREN ZEITEN

Veröffentlicht von pruductions April 4, 2011

“Ob Gebäude temporär sind, ob sie nach kurzer Zeit abgerissen oder jahrelang gepflegt werden, hängt nicht von der Dauerhaftigkeit des Baumaterials ab, sondern allein davon, ob die Menschen die Gebäude lieben.” Dies sagte der japanische Architekt Shigeru Ban (*1957) anlässlich einer Festrede, als ihm der Ehrendoktor der Technischen Universität München verliehen wurde. Und er weiss, wovon er spricht.

Im Gegensatz zu vielen seiner prominenten Kollegen, die einen Grossteil ihrer Energie auf die Gestaltung von edlen und effektvollen Oberflächen verwenden, entwickelt Shigeru Ban auch Notunterkünfte in Katastrophengebieten für Menschen «die nicht so privilegiert sind wie wir.» Dass dabei Materialien zum Einsatz kommen, die vor Ort kostengünstig und leicht erhältlich sind, ist für ihn selbstverständlich.

Dabei kommt aber die Gestaltung nicht zu kurz. Denn Ban ist durch und durch Architekt und Ästhet. Aufbauend auf einer konzeptionellen Grundstruktur passt er seine Bausysteme nicht nur technisch an die klimatischen Verhältnisse an, er orientiert sich auch gestalterisch am jeweiligen kulturellen Kontext. So entsteht trotz der akuten Notsituation auch immer Architektur, welche die Würde der Bewohner respektiert, ganz gleich ob nach dem Erdbeben in Kobe 1995 oder Sichuan 2008, in Sri Lanka oder in den Flüchtlingslagern Ruandas. Die Akzeptanz seiner Projekte liegt nicht zuletzt daran, dass er die Bewohner – wie auch seine Mitarbeiter und Studenten – in den Bauprozess mit einbezieht.

Gemeindehaus in Ragall (Schweiz)
Gemeindehaus in Ragall (Schweiz)

Holzbau im Schatten

Die Gründe sind vielschichtig.

Es gibt Vorbehalte bei den Architekten und Ingenieuren, den Planern. Diese räumen wir aus, indem wir ihnen einfach anwendbare Leitfäden anbieten und sie bei der Lösungssuche beraten.

Die Vorbehalte bei den Investoren und Bauträgern räumen wir aus, indem wir ihnen mit Versuchsergebnissen und Lösungen die Machbarkeit zeigen und indem wir sie von der Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit des vorgefertigten Holzbaus überzeugen.

Nicht zuletzt gibt es Vorbehalte bei den “Endkunden”, bei den potentiellen Bewohnern und Nutzern von Bauten aus Holz. Vor allem bei diesen kommt die Botschaft der gebauten Beispiele an.

Holzbau bis 4 Geschosse.

Die Neufassung verschiedener Landesbauordnungen und neue Richtlinien zur hochfeuerhemmenden Bauweise mit Holz machen es derzeit möglich, auf Basis der Bauordnung bis zu 4 Geschosse in Holz und/oder mit Holz-Fassaden bauen zu können.

Das ergibt neue Marktchancen für Holzbaustoffe und für alle, die mit Holz arbeiten, planen und bauen. Es ermöglicht den Einsatz von Gebäuden aus Holz auch dort, wo er bisher fast kaum auftauchte: in den Innenstädten mit mehrgeschossiger Bebauung.

Viele bautechnische Voraussetzungen für den mehrgeschossigen Holzbau sind geschaffen, die Feuerwiderstände von Konstruktionen sind von Materialprüfanstalten geprüft und bewiesen. Unzählige Konstruktions- und Detaillösungen sind von Architekten und Ingenieuren erarbeitet, bereit für weitere Anwendungen.

Neue Lösungen

Die neuen Lösungen und Bauteile müssen jedoch angewendet und ihr Einsatz muss nachvollziehbar begründet werden. Holz ist nicht per se ein “guter” Baustoff. Nur eine frühe und erfolgreiche Zusammenarbeit der Projektbeteiligten erzeugt eine hohe Qualität in der Ausführung. Diese wiederum schafft die entsprechende Sicherheit in der Nutzung.
Planern und Gutachter für den vorbeugenden Brandschutz kommt mit Brandschutzkonzepten und -nachweisen hier eine besonders wichtige Rolle zu.

Gemeinsam müssen wir die Auftraggeber überzeugen, sie müssen wir für das Holz gewinnen und mit umfangreicher Aufklärung, Forschung und einer Weiterentwicklung der Regelwerke die überkommenen Vorurteile und Vorbehalte gegen den Baustoff Holz abbauen.

Eberl-Pacan
Architekten + Ingenieure für Brandschutz
Fasanenstraße 44
10719 Berlin-Wilmersdorf
Tel. +49 30 700 800 930