Neubau Firmengebäude Flexim GmbH Berlin

Nachhaltiges Bauen durch Holz-Beton-Verbundbauweise

„Im vergangenen Jahr konnten wir ein Auswahlverfahren mit Vorentwurfskonzept für uns entscheiden. Mit dem Bauherrn und einem breit aufgestellten Planungsteam arbeiten wir an einem innovativen Betriebsgebäude, mit dessen Errichtung noch in diesem Jahr begonnen werden soll.

Durch ein flexibles Hofkonzept kann sich das Projekt stufenweise dem Wachstum des Unternehmens anpassen. Als Niedrigenergiehaus in Holz-Beton Verbundbauweise wird das Gebäude unsere Ideen zum nachhaltigen Bauen in einem größeren Maßstab umsetzen.“

Eike Roswag in Ziegert | Roswag | Seiler Architekten Ingenieure

Der Brandschutznachweis für den Holz/Beton Hybridbau wurde erstellt von Eberl-Pacan Architekten + Ingenieure Brandschutz

Flexim Firmengebäude

Brandschutzkonzept

Das übergeordnete Brandschutzkonzept beschreibt einen Industriebau, dessen tragenden Bauteile mit einem Feuerwiderstand von 90 Min. ausgeführt werden und damit die Anforderungen ausreichend lange tragfähig erfüllen und die erforderlichen Lösch- und Rettungsmaßnahmen der Feuerwehr möglich machen. Nur die obersten Geschosse, die einer reinen Büro Nutzung dienen, werden – in Anlehnung an die Bauordnung – auf feuerhemmend herabgestuft.

Die tragenden Bauteile (z. B. Decken) werden jedoch teilweise abweichend von der Bauordnung aus brennbaren Baustoffen hergestellt. Der Feuerwiderstand wird dadurch nicht eingeschränkt, da diese Bauteile bis zu einem rechnerischen Abbrand von 90 Min. tragfähig sind.

Ebenso werden Brandabschnitte durch raumabschließende Bauteile mit einem Feuerwiderstand von 90 Min. getrennt. Trennwände von Nutzungseinheiten, die Flucht- und Rettungswege von Personen sicherstellen sollen (z. B. in der erdgeschossigen Versammlungsstätte) werden feuerhemmend konzipiert.

Flucht und Rettung von Personen sowie der zeitnaher Einsatz der Feuerwehr wird zusätzlich verbessert durch die zusätzliche Entrauchung einzelner Bereiche und eine flächendeckende Brandmeldeanlage (BMA Kategorie 1) als Kompensation für verschiedene Abweichungen von der Bauordnung Berlin (BauO Bln).

Bautafel

Bauherr:
Flexim GmbH

Architektur:
Roswag Architekten

Tragwerk:
Ziegert | Seiler Ingenieure
IBRF GmbH
Brandschutzkonzept und -planung:
Eberl-Pacan Architekten + Ingenieure Brandschutz

Klimadesign, Simmulationen, EnEV Nachweis:
IB Hausladen
ISB Schneider & Bauer mbH

Landschaftskonzept/-planung:
Capatti Staubach – Urbane Landschaften
Atelier 8

Projektsteuerung:
Büro Jens Schubring

  • BGF 13.700 qm
  • Fertigstellung ca. 2015

kein Text

Die Flexim GmbH ist ein international führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Entwicklung und Hersteller von Ultraschall-Durchflussmessgeräten. Zur Deckung des wachsenden Raumbedarfs soll in Berlin-Marzahn ein neues stufenweise erweiterbares Firmengebäude entstehen.

  • Höfekonzept basierend auf den internen Produktions- und Logistikabläufen des Nutzers
  • Realisierung des ersten Bauabschnittes als Gebäudekomplex mit zwei „Höfen“, welches in Verbindung mit dem Entree/Vorplatz die Firmenadresse an der Boxberger Straße bildet
  • „Boulevard“ im 1. OG umfasst Großteil der Besprechungs- und Sozialräume, Bildung einer kommunikativen Sonderzone und Erschließung der Bauteile A und B
  • Wirtschaftliche Hybridbauweise mit Einsatz vorrangig CO2-neutraler Baustoffe (Holz, Cellulose)
  • Baukonstruktion: Holz und Beton Skelettbau mit vorgehängter Holzrahmen Fassade, UG in Stahlbeton
  • Unterschreitung der Anforderungen der EnEV (2009) um ca. 30%

neue Zeile

Baubeschreibung des Architekturbüros Roswag Entwurfskonzept

Das geplante Gebäude basiert auf einem Höfekonzept in mehreren Bauabschnitten, das dem Expansionsbedarf des Unternehmens gerecht wird. In einem ersten Bauabschnitt ist ein kompakter Baukörper mit zwei Höfen (Bauteil A und B) und einer Bruttogeschossfläche (BGF) von ca. 13.700 qm geplant. Der Haupteingang mit Vorplatz von der Boxhagener Straße bildet die Adresse des Unternehmens und kann in weiteren Ausbaustufen ergänzt werden.

Über den Haupteingang gelangt ins Foyer und in das Atrium. Ein Schulungsbereich mit Räumen verschiedener Größen und Aufteilungen sind direkt angeschlossen. Verschiebliche Trennwände ermöglichen eine flexible Zusammenlegung der Räume. Daneben befinden sich im Erdgeschoss der Empfang und eine Cafeteria mit Außenterrasse.

Eine Freitreppe im Atrium führt hinauf zum Boulevard im 1. Obergeschoss, der als kommunikative Erschließungszone die Bauteile A und B verbindet und die meisten Besprechungs- und Sozialräume erschließt. Die Obergeschosse sind ausschließlich den Mitarbeitern zugänglich und über Zutrittskontrollen gesichert.

Die Obergeschosse im Bauteil A dienen überwiegend für Büros der Geschäftsleitung und der internen Kommunikations-Technologie. Darüber befindet sich die Dachterrasse, die vom 3. Obergeschoss des Bauteil B aus zugänglich ist. In diesem Gebäudeteil sind die Abteilungen Produktion, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie der Vertrieb untergebracht.

Zwei Treppenhauskerne mit Lastenaufzügen ermöglichen eine kreisläufige Erschließung der Produktions- und Fertigungsbereiche. Sie schaffen einen Warenkreislauf, der vom Wareneingang im UG über die Verarbeitung in den Obergeschossen bis hin zur Kommisionierung und Warenausgang, wieder im UG, reicht.

Die Abteilung F&E im 2. Obergeschoss befindet sich in räumlicher Nähe zwischen der Produktion in den unteren Geschossen und dem Vertrieb im 3. Obergeschoss und nutzt den Kellerbereich für Labore.
Das Kellergeschoss umfasst als Lager und Logistikebene die Anlieferung über den Ladehof im Norden, ein Hochregallager, die Verpackung und Kommisionierung sowie Laboratorien und die allgemeinen Haustechnikräume.

Das Gebäude wird in wirtschaftlicher Holzbauweise mit überdurchschnittlich gedämmten raumabschließenden Bau- teilen errichtet. Es kommen weitgehend CO2-neutrale Baustoffe (Holz, Cellulose) zum Einsatz. Die Beheizung erfolgt CO2-neutral über eine Festbrennstoffheizung oder über eine Abwasserwärmenutzung des anliegenden Pumpwerks der Berliner Wasserbetriebe. Ein EnEV -30 %-Standard soll erreicht werden.

neue Zeile

Baukonstruktion

Holz/Beton Skelettbau mit vorgehängter Holzrahmen-Fassade. Das Untergeschoss in WU-Stahlbeton. Zur Aussteifung dienen die Aufzugs- und Treppenhausschächte sowie zusätzliche Wandscheiben in Stahlbeton.

Außenwände

Hochwärmedämmende Holzkonstruktion in Holzrahmenbauweise mit Zellulosedämmung. Die hinterlüftete Holzfassade schafft eine diffusionsoffe Außenwandkonstruktion.

Innenwände

Innenwände als leichte Trockenbauwände mit Holz- oder Metallständerwerk; Meeting- und Schulungsräume im Bereich Foyer und Boulevard z. T. mit großflächiger Verglasung
Treppenhauskerne werden und zusätzliche Wandscheiben als durchgehende Stahlbetonkonstruktion zur der Aussteifung des Gebäudes

Geschossdecken

Decke über Kellergeschoss Stahlbeton-Massivdecke in Ortbeton; Decken der Obergeschosse aus vorgefertigten Holz-Beton-Verbundelementen; alle Decken mit Heizestrich

Treppen

Geschlossene Stahlbetonkonstruktion, Schachtwände und Treppenpodeste in Ortbeton, mit Fertigteil-Treppenläufen komplettiert

Dach

Flachdach als Holzbalkendecke mit Gefälledämmung und flächig extensiv begrünt; optional zusätzliche Montage einer Photovoltaik-Anlage; Teilbereich der Dachfläche über dem Bauteil A als Dachterrasse

Neubau Firmengebäude Flexim GmbH Berlin

Baustellenfotos

Dezember 2016

Fotos: Reinhard Eberl-Pacan

Eberl-Pacan
Architekten + Ingenieure für Brandschutz
Fasanenstraße 44
10719 Berlin-Wilmersdorf
Tel. +49 30 700 800 930