Fotoprojekt mit Ölbild und Schleuse

Winfried Muthesius fotografiert sein eigenes Ölbild an Würzburger Orten – Ausstellung „ZeitBrüche“ ab 4. November im Museum am Dom zu sehen

Würzburg Wie zufällig abgestellt lehnt das schwarz-weiße Ölbild an einem Pfeiler der Alten Mainbrücke in Würzburg. Von links schiebt sich ein Frachtschiff langsam in Richtung Schleuse, oben beugen sich neugierige Touristen über die Brüstung.

Unten geht Winfried Muthesius, der das Bild vor 13 Jahren gemalt hat, langsam den Mainkai entlang, die Kamera in der Hand. Aus unterschiedlichen Perspektiven fotografiert der in Berlin und Drewen/Brandenburg lebende Maler sein Werk. „Das sind die Vorarbeiten für ein Werk, das in der Ausstellung zu sehen sein wird“, erklärt Dr. Wolfgang Schneider, stellvertretender Leiter des Kunstreferats der Diözese Würzburg. „ZeitBrüche“ lautet der Titel der Ausstellung mit Werken von Muthesius aus dem Bestand des Museums am Dom, die vom 4. November bis 11. Januar 2015 im Museum am Dom in Würzburg gezeigt wird.

Das Museum am Dom besitzt nach den Worten von Schneider einen umfangreichen Bestand an Arbeiten des 1957 geborenen Künstlers. Neben dem Ölbild „Kreuz“, das im Museum ausgestellt ist, gehören dazu unter anderem zehn große und sieben kleine Bilder aus der „Schädel“-Serie, Papierarbeiten, Lithographien sowie Entwürfe für die Wandgestaltung und den Kreuzgang der Pfarrkirche Sankt Oswald in Baunach. Aus der „Schädel“-Serie stammt auch das zwei auf zwei Meter große Ölbild, das nun seinerseits als Motiv für ein Kunstwerk dient. Eigens für die Ausstellung arbeitet der Künstler nun an einem neuen Werk, dessen Ursprung an Würzburger Orten liegen soll.

Bereits am Morgen fotografierte Muthesius sein Bild in den Weinbergen unterhalb der Festung Marienberg. Nun dienen der Main und die Schleuse unterhalb der Alten Mainbrücke als Hintergrund. „Ich entwickle daraus Fotoarbeiten“, erklärt er sein Vorgehen. „Ich fotografiere die Malereien ab, übermale die Abzüge und fotografiere sie wieder. Das letzte Foto ist dann das Original.“ Muthesius nennt diese Arbeiten „pittura oscura“.

Seit 1992 befasst er sich mit dieser Kombination aus Fotografie und Malerei. Seine Bilder hat er beispielsweise schon im Römisch-Germanischen Museum in Köln, in Fernwärmerohren oder in einem ehemaligen Kohlenkeller in Berlin fotografiert. Wenn alles nach Plan läuft, wird auch aus den Fotos an Würzburger Orten ein neues Kunstwerk entstehen. „Ich bin guter Dinge“, sagt Muthesius. „Ich bin sicher, dass aus dieser Serie etwas zustande kommt.“

Text: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)

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