Hochhausbrand in London

Grenfell Tower in Flammen – Brennbare Fassadendämmung führt zu Brandkatastrophe

Das schlimme Ereignis in London wird auch in Deutschland aufmerksam verfolgt, Brandschutz steht im Fokus der Öffentlichkeit.

Täglich arbeiten wir deshalb daran, bei Bauten jeder Größenordnung mit maßgeschneiderten Brandschutzkonzepten die Sicherheit der Gebäude und deren Nutzer zu gewährleisten.

Im Zuge des Brandes in London, wurden auch wir befragt.

Frontal 21

Die ersten Vermutungen verschiedener Brandschutzexperten, u.a. Prof. Reinhard Ries (s. Film) Feuerwehr Frankfurt, haben sich bestätigt: Die Brandkatastrophe in dem Londoner Hochhaus ist auf den Einsatz einer brennbaren Fassadendämmung zurückzuführen.

Verwendet wurden bei der energetischen Sanierung des Gebäudes in den Jahren 2014 bis 2016 nach Aussagen der der US-Firma Reynobond Aluminium-Paneele (Verbundplatten) bestehend aus zwei 2,5 mm dicken einbrennlackierten Aluminiumblechen, die durch eine Kombination aus mechanischer und chemischer Einwirkung miteinander verbunden sind. Die dort verwendete Standardausführung besitzt einen Kern aus naturfarbigem Polyäthylen.

Dass diese Fassade für den heftigen und raschen Brandverlauf eine fatale Rolle spielte, halten Experten inzwischen für gesichert.

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Hochhausbrand in London.

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Möglicherweise Wärmedämmung in Brand geraten

Der Berliner Brandschutzexperte Reinhard Eberl-Pacan vermutet, dass die Wärmedämmung in dem Hochhaus in Brand geraten ist. “Da muss etwas richtig schief gelaufen sein”, sagte er dem Tagesspiegel. Dem Dienstleister Rydon zufolge, der die Außenwände des Grenfell Towers erst im vergangenen Jahr für rund 8,7 Millionen Pfund renoviert hatte, wurden Fassadenverkleidungen zu verschiedenen Zwecken angepasst. Die Maßnahmen seien zur Verbesserung der Wärmedämmung und zur Modernisierung der Außenansicht durchgeführt worden.

In Deutschland dürften bei Hochhäusern, also Gebäuden ab 22 Meter, nur nicht entflammbare Materialien eingesetzt werden, sagt Eberl-Pacan: “So ein Brand ist intolerabel.”

Ein ähnlicher Fassadenbrand bei einem deutlich niedrigeren Haus in Pankow 2005 habe zu einer weiteren Verschärfung der Vorschriften beim Verbauen von Wärmedämmung geführt. In Berlin müssten sich Bewohner von Hochhäusern keine Sorgen machen, sagte Eberl-Pacan. Auch ältere Häuser seien in der Regel gut gegen Brände geschützt.

Tagesspiegel 14. Juni 2017
Eberl-Pacan
Architekten + Ingenieure für Brandschutz
Fasanenstraße 44
10719 Berlin-Wilmersdorf
Tel. +49 30 700 800 930